Der Sommer kam, sah und siegte…Tag für Tag. Daran wird sich laut Meteorologen bis ende dieser Woche nichts ändern. Also schwitzen wir fleissig weiter, geniessen die Sonne so gut es geht und gehen am Wochenende an Parties und Veranstaltungen einzig für den Sommer gemacht sind: Openairs! In allen Formen… Openair Kino, Openair Parties rund um die Gewässer verteilt, Openairs im klassischen Sinne usw. Diese Form von Party/ Unterhaltung boomt. Die Sportgeschäfte verzeichnen Spitzenumsätze im Bereich Outdoorartikel: Zelte, Isomatten, Schlafsäcke, Gaskocher und was man nicht alles braucht um in der freien Natur überleben zu können. Allerdings gibt es noch zwei Wirtschaftssektoren welche im Sommer ein massives Umsatzplus verzeichnen.
Das anerkannte Geschäft mit dem Alkohol ist einer davon. Nebst Bier, Bier und Bier (sogar auf den Booten und Pedalo’s) werden in den Freiluftbar’s den Barkeepern die Cocktails (je nach Tageszeit und vorhergehendem Alkoholpegel) schon fast aus den Händen gerissen. Trinken, trinken, trinken bis nichts mehr steht (ob Mann oder Frau, die Unterschiede sind oftmals gering).
Der zweite, eher unkonventionelle, Wirtschaftssektor der auch im Sommer ein Plus verzeichnen kann, ist wohl der
Drogenhandel. Nähe den Gewässern, zwischen Grill- und Goaparty haben sich die Marihuana- und LSD- Dealer etabliert, in den Stadtzentren boomt nachwievor der Kokain- und Speedverkauf. Warum der Konsum solcher Pflanzen, Pülverchen und Kapseln ausgerechnet im Sommer, bei Durchschnittstemperaturen von 33°, ansteigt ist für mich nicht nachvollziehbar. Generell kann ich mit genannten und allen anderen Stimmungsaufhellern nichts anfangen, da bleib ich bei meinen Cocktails und Zigaretten. Richtet ja schon so genug schaden an.
Manche Kunden, welche ich nur in den Sommermonaten zu Gesicht bekomme, haben ihre ganz eigene Konsumpolitik.
Paradebeispiel ist in diesem Falle Fabian:
Fabian, einer in den “anfangsdreissigern”, bucht ausschliesslich im Sommer, vorzugsweise an Wochenenden. Sein Lieblingsgetränk Whiskey-Cola geht bei ihm runter wie Wasser, dementsprechend ist sein Zustand wenn ich bei ihm ankomme. Die Begrüssung gestaltet sich meist ein wenig lauter, aber stets freundlich. Dann kommt meist, nebst der obligaten Frage wie es mir gehe und was ich an diesem schönen Tag gemacht habe, die Frage ob es mich stören würde wenn er was ziehe. Meine Standartantwort und auch mein Grundsatz: “Du kannst konsumieren was und wieviel du willst, wenn du dich nicht mehr im Griff haben solltest, erlaube ich es mir zu gehen.” Wie ich festgestellt habe, fahre ich auf dieser Schiene ganz gut und auch Fabian befürwortet meine diesbezügliche Einstellung. Die Regeln sind klar.
Fabian bringt mir, wenn auch ein wenig schwankend, ein Glas Wein und meinen Umschlag. “Machen wir mal eine Stunde und schauen in welchem Geisteszustand ich dann bin”, erklärt mir Fabian. Gut, mit so einer Ansage ist auch für mich klar, dass ihm bewusst ist was für Auswirkungen sein Konsum auf seinen Körper hat. Nachdem ich die SMS an meinen Fahrer getippt und den Umschlag in meiner Tasche verstaut habe, zieht Fabian die erste Line. Im Hintergrund dröhnt Trance und House aus seiner Stereoanlage. Keine Minute später ist die zweite Line auch schon weg. Sein Glas füllt (und trinkt) sich beinahe im zwei Minutentakt. Nach gut 45 Minuten reden, trinken, lachen, knutschen und fummeln mache ich ihn auf die Uhrzeit aufmerksam. Fabian steht auf, geht ohne Umschweife zum Spiegel und betrachtet sein Äusseres. “Wie eine Mumie seh ich ja noch nicht aus, magst noch eine Stunde bleiben?”, fragt er grinsend. “Es ist Wochenende, ich habe Zeit” antworte ich ebenfalls grinsend und sehe zu wie Fabian freudig zu seiner Jacke läuft und nach seinem Portmonée sucht. Nachdem der finanzielle Teil für die nächste Stunde abgeschlossen ist, füllt Fabian mein Weinglas wieder auf und wir machen weiter wo wir ein paar Minuten zuvor aufgehört haben.
Fabians Körpermitte war, wie zu erwarten, sichtlich überfordert mit dem Alkohol, dem Kokain und der Tatsache das da noch irgendwie Blut in die Leistengegend gepumpt werden muss. Die nächsten paar Minuten sind, wortwörtlich, ein einziges auf und ab. Fabian, dem diese Situation nicht ganz unbekannt ist, drückt mir mein Weinglas in die Hand und sagt lachend: “So jetzt trinken wir, ich rauch noch was und du steckst dir eine Zigarette an.” Oha! Na dann Prost. Während er seinen Drehkünsten fröhnt erzählt mir Fabian von seinem Konsumverhalten.
Weisst du, von Montag bis Freitag habe ich von Morgens bis Abends nur Stress. Irgendwann muss man abschalten können. Die einen gehen Joggen, andere Lesen, ich ziehe ein paar Lines, trinke und rauche am Wochenende!
erläutert mir Fabian mit einem sachlichen Unterton. Er raucht den Joint an, und sitzt zufrieden auf seinem Hocker. Als seine Lust überhand nimmt, starten wir den Versuch erneut. Allerdings ist die Lust rein im Kopf vorhanden. Seine Körpermitte macht immer noch keine Anstalten da mitzuspielen. “Na dann soll’s heute wohl nicht sein. Ist wohl das Kokain. Das musste ja so kommen”, sagt Fabian trocken, grinst mich an und bereitet demonstrativ seine nächste Line vor. Höflich wie Fabian ist, bietet er mir die Line an. Ich lehne dankend ab und bin froh, dass er nicht krampfhaft etwas herbeiführen will, was in seinem Zustand körperlich schlichtweg nicht möglich ist. Solche “Patienten” gibt es leider auch zu genüge.
Bemerkung am Rande :
Man kann den Körper nicht in Stress versetzen und ihn dann zwingen sich zu entspannen. Erst recht nicht wenn Drogen im Spiel sind.
Die zweite Stunde neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, Fabian bedankt sich bei mir und entschuldigt sich gleichzeitig für seinen hohen Alkohol und Drogenkonsum. “Kein Problem. Wie schon gesagt: Ob und was du etwas konsumieren willst ist dir überlassen. Die Auswirkungen kennst du ja”, sage ich zu ihm und kann mir ein grinsen nicht verkneifen. “Die Sauberfrau hat gesprochen und eigentlich hast du ja recht. Aber was solls. Schön wars trotzdem. Danke.”, sagt Fabian mit einem lächeln im Gesicht und umarmt mich zum Abschied. Der süssliche Geruch seiner Haut (Kokain), der sich für die nächsten 30 Minuten in meiner Nase festsetzt, der mit Marihuana und Whiskey-Cola gemischte Abschiedskuss…
So schmeckt der urbane Mythos von Sex, Drugs & Rock’n Roll


Also in der der Normaldosierung verträgt sich Kokain eigentlich sehr gut mit Sex. Ich glaube eher der Alkohol und die Menge des Koks war sein Problem
Definiere “Normaldosierung”
Die ist ja bei jedem anders und nicht jeder verträgt Kokain gleich gut. Aber die Mischung in Verbindung mit seinen Ansprüchen machts schlussendlich